Schätzung einer kundenspezifischen Angebotsannahmewahrscheinlichkeit

Schät­zung einer kunden­spe­zi­fi­schen Angebots­an­nah­me­wahr­schein­lich­keit

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In diesem Post wird ein moderner Ansatz vorge­stellt, um aus histo­ri­schen angenom­menen und abgelehnten Trans­ak­ti­ons­daten eine indivi­du­elle Wahrschein­lich­keits­kurve für die Annahme eines Angebotes in Abhän­gig­keit von unter­schied­li­chen Merkmalen inkl. des Angebots­preises und inkl. von Merkmale zur Unter­schei­dung der Kunden zu schätzen. Das Vorgehen wird anhand eines Beispiels zur Vergabe von Trans­port­auf­trägen durch eine Spedi­tion veran­schau­licht. Die Hinter­gründe bezüg­lich des Preis­mo­dells und des verwen­deten Lösungs­al­go­rithmus habe ich bereits in zwei weiteren Posts in diesem Blog beschrieben.

Nehmen wir an, Sie wollen eine größere Sendung in Form von einer oder mehreren Paletten verschi­cken. Sie beauf­tragen für die Vermitt­lung des Auftrages an ein geeig­netes Trans­port­un­ter­nehmen eine Spedi­tion, welche von Ihnen einen sogenannten Verla­der­preis fordert. Ein Dispo­nent der Spedi­tion kontak­tiert nach Vertrags­ab­schluss mit Ihnen meist telefo­nisch ein Trans­port­un­ter­nehmen und macht einen Preis­vor­schlag für den Trans­port, welcher i.A. nachver­han­delt wird. Die Festle­gung eines indivi­du­ellen Preises unter Berück­sich­ti­gung aller Infor­ma­tionen über die Sendung, die Tour und das Trans­port­un­ter­nehmen für eine von der Spedi­tion erwar­teten Annah­me­wahr­schein­lich­keit für die Sendung durch das Trans­port­un­ter­nehmen ist Inhalt dieses Beitrags.

Die zur Verfü­gung stehenden Infor­ma­tionen zu den histo­ri­schen Angeboten bestehen aus 18 Merkmalen, welche zur Beschrei­bung der Zielgröße Annahme / Ableh­nung heran­ge­zogen werden:

  • tatsäch­lich gezahlter Trans­port­preis
  • Anzahl einzelner Sendungen auf dem Trans­port (zur Verbes­se­rung der Auslas­tung eines LKW werden Sendungen gebün­delt)
  • Gesamt­strecke des Trans­portes
  • Summe der Lademeter (Lademeter sind ein Maß des Trans­port­vo­lu­mens und beschreiben die Lademenge, welche auf einem Meter Ladefläche des Trans­por­ters trans­por­tiert werden kann)
  • Gesamt­ge­wicht des Trans­portes
  • mittlere Geoko­or­di­naten der Be- und Entla­de­stellen (jeweils bestehend aus Latitude und Longi­tude)
  • Monat der Abfahrt des Trans­portes
  • Jahr der Abfahrt des Trans­portes
  • Wochentag der Abfahrt des Trans­portes
  • Anzahl der Arbeits­tage in der Woche der Abfahrt des Trans­portes (inkl. Berück­sich­ti­gung von Brücken­tagen)
  • Abstand zwischen der Abfahrt des Trans­portes und dem nächsten Feiertag
  • Dauer des Trans­portes (inkl. Be- und Enlade­zeiten, Warte­zeiten und Pausen­zeiten)
  • Hin- oder Rücktour für das Trans­port­un­ter­nehmen (liegen die Belade­stellen näher an der Nieder­las­sung des Trans­port­un­ter­neh­mens oder die Entla­de­stellen)
  • minimale Entfer­nung der Nieder­las­sung des Trans­port­un­ter­neh­mens zu einer Be- oder Entla­de­stelle
  • Be- und Entla­de­stellen im typischen Aktions­fenster des Trans­port­un­ter­neh­mens

Zur Herstel­lung des funktio­nalen Zusam­men­hanges zwischen den Merkmalen und der Zielgröße wurde ein Deep Lattice Netzwerk verwendet und als Fehler­funk­tion die Kreuz­entropie. Damit erhält man nicht nur die Klassen­zu­ord­nung für eine Merkmals­kom­bi­na­tion, sondern auch eine Wahrschein­lich­keit für eine richtige Zuord­nung, welche als Annah­me­wahr­schein­lich­keit inter­pre­tiert werden kann.

Für die Validie­rung des Modells bzw. der Trainings­er­geb­nisse wurde eine Standard-Sendung (grüne Kurven) definiert, welche aus einer wirtschaft­lich starken Region in Deutsch­land in eine weitere wirtschaft­lich starke Region führt. Die Distanz beträgt etwa 350 Kilometer. In den folgenden Abbil­dungen wurde exempla­risch jeweils ein Merkmal variiert; der Preis auf der x-Achse wird in jedem Diagramm zusätz­lich variiert, um die Annah­me­wahr­schein­lich­keiten zu Wahrschein­lich­keits­kurven zu erwei­tern. Bei den Diagrammen ist zu beachten, dass die Einflüsse der Merkmale nur für das gewählte Beispiel gelten. Andere
Tourpa­ra­meter werden zu anderen Einflüssen führen.

Man erkennt, dass die Zunahme von Sendungen auf einem Trans­port einen großen Einfluss auf die Annah­me­wahr­schein­lich­keit hat. Bei den Lademe­tern führen kleine und große Umfänge zu erhöhten Trans­port­preisen. Geringe Gewichte führen zu gerin­geren Preisen; ab einem gewissen Gewicht scheint es aber keinen Einfluss mehr zu geben. Das Jahr und der Monat haben nur geringe Einflüsse auf die Annah­me­wahr­schein­lich­keit. Beim Wochentag sieht man, dass der Donnerstag am teuersten ist und der Mittwoch am günstigsten.

Die darge­stellten Kurven können zur Auswahl des passenden Trans­port­un­ter­neh­mens verwendet werden. Weiter können sie als Grund­lage für die Festle­gung eines Angebots­preises genutzt werden. Nehmen wir an, dass der Trans­port eine ausrei­chend lange Vorlauf­zeit hat, dann kann einem Trans­port­un­ter­nehmen ein Preis mit einer Annah­me­wahr­schein­lich­keit von 50% oder geringer angeboten werden. Rückt die Frist für den Trans­port näher und es hat bisher kein Trans­port­un­ter­nehmen zugesagt, muss die Annah­me­wahr­schein­lich­keit erhöht werden und damit der Preis. Ein anderer Grund könnte ein beson­ders passendes Trans­port­un­ter­nehmen bzw. ein beson­ders verläss­li­ches Unter­nehmen mit einem guten Service sein. Die Entschei­dung für das richtige Trans­port­un­ter­nehmen und für den richtigen Preis lässt sich durch einen Experten treffen oder durch eine künst­liche Intel­li­genz, was wir in einem durch den mFund geför­derten Forschungs­pro­jektes bereits erfolg­reich getestet haben.

Schätzung einer kundenspezifischen Angebotsannahmewahrscheinlichkeit

Man erkennt, dass die Zunahme von Sendungen auf einem Trans­port einen großen Einfluss auf die Annah­me­wahr­schein­lich­keit hat. Bei den Lademe­tern führen kleine und große Umfänge zu erhöhten Trans­port­preisen. Geringe Gewichte führen zu gerin­geren Preisen; ab einem gewissen Gewicht scheint es aber keinen Einfluss mehr zu geben. Das Jahr und der Monat haben nur geringe Einflüsse auf die Annah­me­wahr­schein­lich­keit. Beim Wochentag sieht man, dass der Donnerstag am teuersten ist und der Mittwoch am günstigsten.

Die darge­stellten Kurven können zur Auswahl des passenden Trans­port­un­ter­neh­mens verwendet werden. Weiter können sie als Grund­lage für die Festle­gung eines Angebots­preises genutzt werden. Nehmen wir an, dass der Trans­port eine ausrei­chend lange Vorlauf­zeit hat, dann kann einem Trans­port­un­ter­nehmen ein Preis mit einer Annah­me­wahr­schein­lich­keit von 50% oder geringer angeboten werden. Rückt die Frist für den Trans­port näher und es hat bisher kein Trans­port­un­ter­nehmen zugesagt, muss die Annah­me­wahr­schein­lich­keit erhöht werden und damit der Preis. Ein anderer Grund könnte ein beson­ders passendes Trans­port­un­ter­nehmen bzw. ein beson­ders verläss­li­ches Unter­nehmen mit einem guten Service sein. Die Entschei­dung für das richtige Trans­port­un­ter­nehmen und für den richtigen Preis lässt sich durch einen Experten treffen oder durch eine künst­liche Intel­li­genz, was wir in einem durch den mFund geför­derten Forschungs­pro­jektes bereits erfolg­reich getestet haben.

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Björn Piepen­burg

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